Kurzarbeitergeld. Was muss beachtet werden?

Kurzarbeitergeld. Was muss beachtet werden?

Die gesetzlichen Voraussetzungen für konjunkturelle Kurzarbeit sind in den in §§ 95 bis 106 SGB III gesetzlich festgelegt. Es muss ein erheblicher Arbeitsausfall vorliegen, dieser muss auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruhen, er muss vorübergehend sein, er muss unvermeidbar sein. 

Der Bundestag hat Erleichterungen beschlossen. Das Kurzarbeitergeld kann bereits jetzt bei der Arbeitsagentur beantragt werden und wird auch rückwirkend zum 1. März 2020 ausgezahlt.

Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage bedingt durch Corona kann Kurzarbeitergeld unter erleichterten Voraussetzungen durch den Arbeitgeber beantragt werden. Der Antrag ist bei der zuständigen Agentur für Arbeit am Betriebssitz einzureichen.

Folgende erleichterte Voraussetzungen gelten jetzt:

  • mindestens 10 Prozent der Beschäftigten haben einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent.
  • der Arbeitsausfall ist vorübergehend und unvermeidbar.
  • zuvor müssen Überstunden- und Arbeitszeitkonten abgebaut werden.
  • auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden wird vorübergehend verzichtet.
  • Sozialversicherungsbeitrage müssen weiterhin abgeführt werden, werden aber
  • rückwirkend zum 01. März 2020 bis Ende 2020 erstattet.
  • Kurzarbeitergeld muss innerhalb desselben Monats schriftlich und begründet durch den
  • Arbeitgeber bei der Agentur für Arbeit am Betriebssitz angezeigt und beantragt werden.
  • Weitere Informationen, Anträge und Leitfäden finden Sie hier: Arbeitsagentur_Kurzarbeitergeld_Corona

Sind die Erfordernisse erfüllt, kann allen Arbeitnehmern in Höhe das jeweiligen Entgeltausfalls KuG gewährt werden. Dies gilt auch wenn der konkrete Arbeitnehmer „nur“ einen Entgeltausfall von weniger als 10% zu tragen hat.

Bei der Berechnung der finanziellen Entlastung durch Kurzarbeitergeld ist zu beachten, dass bspw. Bezieher von Krankengeld die bereits vor Eintritt der Kurzarbeit erkrankt sind keinen Anspruch auf keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. Ebenso kann für geringfügig Beschäftigte (450-Euro-Minijobber) kein KUG beantragt werden, um wirtschaftliche Nachteile auszugleichen, die durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus entstehen. Hintergrund ist, dass Arbeitgeber Kurzarbeitergeld nur für die Arbeitnehmer beantragen können, die auch versicherungspflichtig in der Arbeitslosenversicherung gemeldet sind. Geringfügig Beschäftigte (450-Euro-Minijobber) sind jedoch versicherungsfrei in der Arbeitslosenversicherung (Minijob_Zentrale/Kurzarbeitergeld).

Wir sind voll einsatzfähig, um Sie in diesen herausfordernden Zeiten zu unterstützen. Bitte zögern Sie nicht, mit uns in Kontakt zu treten.