Insolvenzantragspflicht in Corona Zeiten

Insolvenzantragspflicht in Corona Zeiten

Befristete Aussetzung von Insolvenzantragspflichten

Unternehmen und Vereine bleiben dank verschiedener Erleichterungen handlungsfähig in der Corona-Krise. Die Insolvenzantragspflichten (§§ 15a InsO, 42 Abs. 2 BGB) werden ausgesetzt, sofern aufgrund Corona-Pandemie Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung eingetreten ist. In diesem Fall entfällt auch die Haftung der Geschäftsleiter für verspätete oder unterlassene Stellung eines Insolvenzantrags und die Haftung für Verstöße gegen die gesetzlichen Zahlungsverbote (§§ 64 S. 1 GmbHG, 92 Abs. 2 AktG) sind abgemildert.

Unter welchen Voraussetzungen gelten die Erleichterungen?

Die Insolvenzantragspflicht ist nicht generell ausgesetzt. Die Antragspflichten bestehen weiterhin fort, wenn die Insolvenzreife nicht auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruht oder keine Aussichten darauf bestehen, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen.

Wenn der Schuldner am 31.12.2019 (noch) nicht zahlungsunfähig war, wird gesetzlich vermutet, dass die Insolvenz auf der Corona-Pandemie beruhte und Aussichten zur Beseitigung einer Zahlungsunfähigkeit bestehen. Es ist ratsam, die Zahlungsfähigkeit per 31.12.2019 zu dokumentieren und ggf. eine entsprechende Bestätigung eines Experten einzuholen.

Zuschuss zu Sanierungsgutachten

Die Erstellung von Sanierungsgutachten wird in Hessen durch die WI-Bank mit einem Zuschuss gefördert. Der Zuschuss beträgt 50 % der Kosten des Gutachtens, maximal jedoch 10.000 Euro. Antragsberechtigt sind Unternehmen und Freiberufler, deren Hausbank ein Sanierungsgutachten gemäß IDW S6 fordert und die von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind.

Wir sind voll einsatzfähig, um Sie in diesen herausfordernden Zeiten zu unterstützen. Bitte zögern Sie nicht, mit uns in Kontakt zu treten.